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Spielsucht/Schulden

Posted by admin | | Freitag 12 März 2010 10:19

Wann wird Gluecksspiel zur Abhängigkeit?
Die meisten Menschen, die spielen, sind dazu bereit, eine beachtliche Menge Geld auszugeben, aber sie kennen ihr Budget. Sie hören auf, wenn sie eine betsimmte Summe verloren habe. Allerdings gibt es Menschen, die nicht an ihre Grenzen denken und trotzdem weiterspielen, obwohl sie mehr Geld ausgeben, als sie haben. Auf lange Sicht hin verursacht dies erhebliche Probleme: Allmählich entsteht Streit mit der Familien und bei der Arbeit, der Spieler fängt an zu luegen, etc. Letztendlich wird die Person vom Spielen beherrscht und braucht immer mehr Geld, um weiter spielen zu können.

Spielen ist ein Problem, wenn…
…Sie zu viel Zeit mit Spielen verbringen
…Sie zu viel Geld beim Spielen verlieren
…Sie Ihre Verpflichtungen bei der Arbeit, in der Schule, zu Hause nicht mehr erfuellen können. (Vernachlässigung Ihrer Kinder, schlechte Arbeit, oft Fehlen bei der Arbeit, etc.)
…Ihr Leben und das Ihrer Mitmenschen vom Spielen negativ beeinflusst wird.
…Sie sich deswegen schlecht fuehlen.
…es ein Weg ist, um Ihre Probleme zu vergessen

Menschen, die spielabhängig sind, sind oft auch von anderen Substanzen abhängig.

In den meisten Fällen sehen Sie als Angehöriger vor dem Spieler selbst, dass etwas falsch läuft. Oder Sie leiden selbst, weil eine Person, die Ihnen nahe steht spielt. Was können Sie tun?

Überlassen Sie dem Spieler alle Konsequenzen, die aus seiner Spielsucht entstehen. Er muss seine Probleme alleine lösen. Sie helfen ihm nicht indem Sie dem Spieler Geld leihen, Schulden bezahlen oder lügen. Denn je mehr Probleme Sie fuer den Spieler lösen, desto leichter ist es fuer ihn weiterzuspielen.

Sprechen Sie mit dem Spieler ueber die Konsequenzen, die seine Spielabhängigkeit auch fuer Sie hat. Es ist wichtig, dass dem Spieler vor Augen gehalten wird, dass sein Spielverhalten auch Folgen fuer seine Familie und Freunde hat. Verdeutlichen Sie, was Sie stört: Mich stört es, wenn du spät nach Hause kommst, weil ich dann nicht auf dich zählen kann. Mich stört, dass die Rechnungen noch nicht bezahlen sind, denn deshalb muss ich mir Sorgen machen. Ich finde es schlimm, dass Du nicht ehrlich zu mir bist, denn so kann ich dir nicht vertrauen. Fuer mich ist es schwierig mit deiner Unruhe umzugehen, denn das endet oft in Streit.

Auf diese Weise machen Sie dem Spieler klar, dass das Spielen auch einen (negativen) Einfluss auf Sie hat und Sie zeigen ihm, dass er die Verantwortung bei ihm liegt.

Zeigen Sie aber auch Verständnis. Egal wie böse oder enttäuscht Sie sind, jemandem nur Vorwuerfe zu machen ist normaler Weise kontraproduktiv. Fuer Menschen die spielabhängig sind, ist nur ein kleiner Reiz, wie z.B. an einer Spielhalle vorbeizulaufen oder Geld zu haben, nötig, um spielen zu gehen. Sobald sie ein Mal angefangen haben ist es schwierig wieder auszuhören. Lassen Sie die Person wissen, dass Sie bereit sind zu helfen und ueber die Probleme und Schwierigkeiten zu sprechen. Aber machen Sie die Konsequenzen des Spielens deutlich. Zusammen können Sie versuchen herauszufinden, was getan werden muss, damit der Spieler aus seinen Schwierigkeiten herauskommt.

Stellen Sie Regeln auf und setzen Sie Grenzen fest. Sie können wahrscheinlich verstehen, dass es schwer ist, aufzuhören zu spielen, was aber nicht bedeuten soll, dass Sie alles akzeptieren können. Was Sie tun können, ist, zu gucken, was geändert werden muss. Versuchen Sie sich darauf zu konzentrieren, wie Sie die Dinge haben möchten, nicht, wie Sie sie nicht haben möchten. Zum Beispiel: ” Ich möchte, dass du ehrlich bist.” anstatt zu sagen “Ich möchte nicht, dass du lügst.”; “Ich möchte dass du deine Versprecchen hälst.”; “Ich möchte, dass du eine Lösung findest, um deine Schulden zu bezahlen.”.

Treffen Sie Vorsichtsmassnahmen. Geben Sie dem Spieler nur so viel Geld, wie er im Augenblick braucht. Behalten Sie die Bankkarten. Oder melden Sie den Spieler gemeinsam mit ihm in der Spielhalle oder dem Casino ab, wenn das möglich ist.

Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch um zu erfahren, wie man mit Spielabhängigkeit umgeht.
Buchtipps:
Sportwetten, Poker, Roulette, Black Jack, Glücksspielautomaten – die Liste von Glücksspielen ist lang und kann beliebig erweitert werden. Leider gibt es häufig Glücksspieler, die die Kontrolle über ihr Spielverhalten verlieren und in die Sucht abdriften. Oft gibt es keinen geeigneten Weg für den Betroffenen oder die Betroffene, aus dieser Sucht auszubrechen. Die Sucht bringt meist den Verlust großer finanzieller Mittel mit sich, sodass Glücksspieler in einen Teufelskreis kommen: um das verlorene Geld wieder auszugleichen, spielen sie immer weiter und verlieren oft noch mehr. Aus eigener Initiative kommt kaum ein Glücksspieler von seiner Sucht ab und kann sie bewältigen. Hierbei kann dieses Buch helfen, in dem die Autoren ausführlich auf fast 400 Seiten auf das Suchtproblem, seine Ursachen und mögiche Therapiemöglichkeiten eingehen. Der Leser wird über das Problem der Sucht anhand verschiedener tatsächlicher Beispiele informiert und bekommt mittels Fragestellungen und Antworten nützliche Tipps.
Das Problem bei der Sucht ist meist gar nicht, dass der Spieler sich ihrer nicht bewusst ist, sondern dass er glaubt, irgendwann auch zu den glücklichen Gewinnern zu gehören. Schließlich müssen Glücksspielautomaten nach gesetzlichen Vorschriften mehr als 50 Prozent der in sie investierten Summe auch wieder auszahlen und beim Poker muss irgendjemand ja auch sein Geld an einen anderen verlieren.
Die Autoren kommen während ihrer Ausführungen zu dem Schluss, dass sich süchtige Glücksspieler einer Therapie unterziehen müssen.
Darauf gehen sie vor allem in dem Kapiteln “Spieler in der Selbsthilfegruppe”, “Spieler in ambulanter Behandlung” und “Spieler in stationärer Therapie” ein. Doch nicht nur für Glücksspieler ist dieses Buch empfehlenswert, auch Familienmitglieder finden darin geeigente Informationen und werden direkt angesprochen, denn auch sie leiden unter der Sucht ihres Verwandten. Und auch Glücksspieler, für die das Spielen (noch) nicht zur Sucht geworden ist oder die die Sucht hinter sich gelassen haben, könnten die Kapitel “Vorbeugende Maßnahmen” oder “Rückfallprävention” interessieren. Am Ende aller Beispiele und Beschreibungen findet sich noch eine durchaus brauchbare Sammlung von Ansprechpartnern und Kontaktadressen für alle Leser, denen klar geworden ist, dass sie die Hilfe anderer benötigen um ihre Glücksspielsucht zu bewältigen.




Spielsucht: Ursachen und Therapie

Gerhard Meyer, Meinolf Bachmann
Gebundene Ausgabe, 392 Seiten, Springer Verlag, 2005
ISBN: 978-3-540-23731-0
Empf. VKP 44,95 EUR

Glücksspielfrei – Ein Therapiemanual bei Spielsucht
Meinolf Bachmann, Andrada El-Akhras
Taschenbuch, 219 Seiten, Springer Verlag, April 2010
ISBN: 978-3-642-11305-5
Empf. VKP 39,95 EUR
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Suchtvorbeugung
Spiel nicht bis zur Glücksspielsucht
Das Faltblatt informiert über die Risiken der Entwicklung von Glücksspielsuch


Internettipps:

Fachverband Glücksspielsucht:
www.gluecksspielsucht.de

Suchtklinik Daun:
www.ahg.de/AHG/Standorte/Daun_Rosenberg/index.html

Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung:
www.spielen-mit-verantwortung.de


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